Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 12, Dezember 2011

Bäume umarmen bringt auch nichts
Sollten wir jetzt doch wieder Karl Marx lesen? Wir meinen: ja! Die Dezember-Ausgabe von literaturkritik.de widmet sich dem Thema Kapitalismus
Von Jan Süselbeck

Schwerpunkt: Kapitalismus

Essays

Interregnum
Große Krisen im Vergleich
Von Frank Deppe

Leben im Übergang
Hyman Minskys Hypothese finanzieller Instabilität
Von Joseph Vogl

Plastische „Kapital“-Lektüre
Zur neuen Rezeption von Karl Marx seit der Finanzkrise
Von Georg Fülberth

Fahrstuhl zum Schafott
Über den Zusammenhang zwischen dem Skyscraper-Index und den Wirtschaftskrisen
Von Stefan Frank

Rezensionen

Marx auf Umwegen
Bernd Ternes Einführung zu Karl Marx führt den Leser auf verschlungene Pfade
Von Manuel Bauer

Für Althusser
Eine Werkausgabe bietet Anlass, einen Klassiker der Marx-Lektüre (wieder) zu entdecken
Von Nathanael Busch

Vom Schlachten der heiligen Kuh
Der Ökonom Tim Jackson wendet sich in „Wohlstand ohne Wachstum“ gegen den vermeintlichen Zwang zu grenzenlosem Wirtschaftswachstum
Von Susanne Heimburger

Freiheit statt Kapitalismus oder Freiheit des Kapitalismus?
Über Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“
Von Stefan Schweizer

Wissenschaft als Mittel im Statuskampf
„Akademischer Kapitalismus“: Richard Münch analysiert Veränderungen an den Universitäten
Von Kai Köhler

Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm!
Ein von Maximilian Bergengruen und Christine Weder herausgegebener, interdisziplinärer Sammelband thematisiert Luxus als ambivalentes Phänomen.
Von Manuel Bauer

Geld oder Gefühle
Wolfgang Schmidbauer: Das kalte Herz. Von der Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle
Von Stefanie Leibetseder

Zum Tod von Christa Wolf

Der Versuch, man selbst zu sein
Ein Werk, das bleibt: Nachruf auf Christa Wolf, die bedeutendste gesamtdeutsche Nachkriegsautorin
Von Hannelore Piehler

Zum Tod von Christa Wolf: Aus dem Archiv von literaturkritik.de

Der Streit um Christa Wolf und die Intellektuellen im vereinten Deutschland
Ein Rückblick aus dem Jahr 1996
Von Thomas Anz

Christa Wolfs Arbeit am Mythos
Ihr Roman „Medea“ schreibt die Erzählung „Kassandra“ fort
Von Thomas Anz

Deutschsprachige Literatur

Interview

„Ein Dämon ist gar kein Ausdruck“
Als Arzt betreute Dr. Peter Fabjan, der Universalerbe von Thomas Bernhard, seinen Halbruder in dessen letzten Lebensjahren. Ein Gespräch mit ihm über den Nachlass, den Kulturbetrieb und Bruderfiguren in Bernhards Texten
Von Max Beck und Nicholas Coomann

Rezensionen

Keine Zeiten für Wunder
Albert Ostermaiers erster Roman rechnet mit der bayerischen Heimat und Kirche ab
Von Bernhard Walcher

„… wir werden untergehen, wenn sich nichts ändert“
In Jan Brandts voluminösem Debütroman „Gegen die Welt“ wird ein Dorf unters Mikroskop gelegt und eine Welt kommt an ihr Ende
Von Dietmar Jacobsen

Von einer, die ausbrach, das Leben zu lernen
In Katja Oskamps Roman „Hellersdorfer Perle“ findet eine Frau in der Plattenbauperipherie ihre Erfüllung
Von Sonja Hauptmannl

Auf der Suche nach dem Orm
Walter Moers Roman „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ wirkt erstaunlich uninspiriert
Von André Schwarz

Ödipus und die Trottellummen
Antje Rávic Strubels jüngster Roman „Sturz der Tage in die Nacht“ wirkt hoffnungslos überladen
Von Dorothée Leidig

Letzte Ausfahrt Ruhrgebiet
Die Anthologie „Ruhrgebietsbuch“ versucht, einen kritischen Blick auf die Landschaft der Region zu werfen
Von Jörg Auberg

Ein Unikum von Vater
In ihrem Debütroman „Fenster auf, Fenster zu“ beschreibt Manuela Fuelle eine ganz besondere Vater-Tochter-Beziehung
Von Jutta Ladwig

Ein Sieg aus einer vergangenen Zeit
Harry Thürk schreibt über die Schlacht von Dien Bien Phu
Von Kai Köhler

Idylle und Dramen als Nachbarn
Siegfried Lenz’ Erzählungen „Die Maske“
Von Peter Mohr

Komm zwirn dich rein
Ulla Hahn führt in „Wiederworte“ ein lyrisches Selbstgespräch
Von Thorsten Schulte

Zeitgeschichte mit leichter Hand präsentiert
Michel Bergmann erzählt in seinen Romanen „ Die Teilacher“ und „Machloikes“ von jüdischen Schicksalen
Von Ursula Homann

Probleme mit Beziehungen, Türen und dem Erwachsenwerden
Michael Weins führt den Leser in seinem Roman „Lazyboy“ durch Türen, die er nie zuvor durchschritten hat
Von Stefan Cernohuby

Youporn und Doppelwhopper
Joachim Lottmanns Novelle „Hundert Tage Alkohol“ handelt von Liebe, Porno und Kapitalismus
Von Jana Scholz

Romantische Versicherungen
Zu Paul Ingendaays entspanntem Roman „Die romantischen Jahre“ über die Normalität als Quelle der Romantik
Von Thomas Neumann

Red Light District Psyche
Die Anthologie „Porno“ bietet zehn Exempel literarischer Entblößung
Von Veit Justus Rollmann

Feiern bis zum Morgengrauen
Ben Beckers Autobiografie „Na und, ich tanze“ überrascht positiv
Von Stefan Schweizer

„Schwamm“ vs. „Hundefreund“
Der Band „Karl Kraus – Franz Werfel. Eine Dokumentation“ widmet sich dem Verhältnis zwischen Karl Kraus und Franz Werfel. Wie konnte aus der freundschaftlichen Beziehung eine erbitterte Feindschaft werden?
Von Max Beck

Inspirierendes Denken
Eckhardt Köhn hat Essays von Karl Wolfskehl aus den Jahren 1927-1936 herausgegeben
Von Friedrich Voit

Übertragungen europäischer Lyrik
Der 15. Band von Stefan Georges Sämtlichen Werken in 18 Bänden ist erschienen
Von Manfred Orlick

Märchen, die auch wahr sein können
Franz Hohler erzählt in seinem Band „Der Stein“von einer verzauberten Welt – ganz realistisch
Von Georg Patzer

Aus dem alltäglichen Beziehungsdesaster
Axel Hackes Exegesen der Zweisamkeit: „Das Beste aus meinem Liebesleben. Ein kleiner Beziehungsberater.“
Von Thomas Neumann

Von Mitarbeitern

„… hier noch unbekannt …“ – Ein neues Spurenheft aus Marbach erinnert an den Dichter, Übersetzer und Verleger Rainer M. Gerhardt

Biografisches

Weltliteratur aus Island
Über eine Essaysammlung von und eine Biografie über Halldór Laxness
Von Thomas Neumann

Paradise Lost
Die frühen Kindheitserinnerungen von Catherina Rust, dem „Mädchen vom Amazonas“, mahnen an unser eigenes verlorenes Paradies
Von Clarissa Höschel

Kunos Schwärmen für Heiland, Hannchen und Hitler.
Andreas F. Kelletat erzählt in seinem dokumentarisch-biografischen Bericht „Von Ihm zu Ihm“ als Roman die Bekenntnisse eines ostpreußischen Baptistensohns
Von Norbert Mecklenburg

Krimis

Die Banken sind schuld, wer sonst?
Petros Markaris nimmt sich in seinem Krimi „Faule Kredite“ der Schuldenkrise Griechenlands an, und packt noch ein paar Morde obendrauf
Von Walter Delabar

Hart und haltlos
Es gibt keine Kollateralschäden zum Schutz der Armen und Schutzlosen. Joe R. Lansdale aber inszeniert sie in „Gauklersommer“ mit fröhlichem Leichtsinn
Von Walter Delabar

Der Apparat frisst seine Kinder
Dominique Manottis bemerkenswerter Polizeikrimi ist mehr als das: „Einschlägig bekannt“
Von Walter Delabar

„Das Böse braucht kein Motiv…“
Georg Haderer lässt in „Der bessere Mensch“ seinen Wiener Polizeimajor Schäfer bereits den dritten Fall lösen
Von Dietmar Jacobsen

Wenn der Werther das gewusst hätte!
Ein „Goethe-Krimi“ von Bernd Kösterling
Von Thomas Neumann

Friedensbotschaft
Matt Beynon Rees hat eine Botschaft für die Beteiligten im Nahostkonflikt. „Der Attentäter von Brooklyn“ verbindet politische Botschaft und Krimi miteinander
Von Walter Delabar

Fremdsprachige Literatur

Die wahre Reise ins Herz der Finsternis
„Der Traum des Kelten“: Der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erzählt das Leben des irischen Abenteurers und Freiheitskämpfers Roger Casement
Von Oliver Pfohlmann

Die Beweggründe bleiben dunkel
Der iranische Autor Amir Hassan Cheheltan begibt sich in seinem Roman „Amerikaner töten in Teheran“ auf die Spuren des antiamerikanischen Hasses in seiner Heimat
Von Beat Mazenauer

Lehrjahre der Gefühle
John Burnsides erschütternder Roman „Lügen über meinen Vater“ ist eine komplexe Erzählung über Schuld und Vergebung
Von Bernhard Walcher

Dem Uhrmacher schlägt die Stunde
Paul Harding hat für seinen Roman „Tinkers“ aus seiner eigenen Familiengeschichte geschöpft
Von Renate Schauer

„Der nackte Mensch“
In seinen drei Romanen „Tropenkoller“, „Das Haus am Kanal“ und „Der Mann aus London“ geht Georges Simenon den „Quellen des Bösen“ nach
Von Behrang Samsami

Bitterböse Abrechnung
Michela Murgia erzählt in „Camilla im Callcenterland“ von ihren Erfahrungen als Telefonistin bei einer Staubsaugerfirma
Von Susanne Heimburger

Der Todesengel von Soreni
Michela Murgia beschreibt in ihrem Roman „Accabadora“ die besondere Beziehung zwischen einem jungen Mädchen und einer alten Frau
Von Antonia Féret

Ausbruch zum Ich
Mit ihrem Roman „Kleiner Vogel, klopfendes Herz“ greift Miriam Toews erneut ihr Lebensthema auf
Von Dorothea Hans

„Die Reihen der Jugend“
Über Laurynas Katkus’ Essay-Band „Kabuff“
Von Kay Ziegenbalg

Der Alleine-König
Hans Pleschinskis grandiose Edition des „geheimen Tagebuchs des Herzogs de Croÿ“
Von Thomas Neumann

Dämonen, Geister und eine hingebungsvolle Passion
Elif Batuman huldigt in ihrem Essayband „Die Besessenen“ der russischen Literatur
Von Patrick Wichmann

Die Siesta geht weiter
Thierry Paquot erzählt die „Geschichte des Mittagsschlafs“ in verschiedenen Mythen und Kulturen
Von Katja Hachenberg

Literaturwissenschaft

Missverstanden und vergessen
Elaine Martin deckt in ihrer Arbeit zur Nobelpreisträgerin Nelly Sachs viele Fehlurteile der bisherigen Rezeption auf
Von Florian Strob

Vom Literaturstreit bis zum Stirnschnitt
Ein Sammelband von Christoph Jürgensen und Gerhard Kaiser sortiert Schriftsteller-Inszenierungen
Von Marc Reichwein

Ach, wie gut, dass niemand weiß…
Stephan Pabst gibt einen Tagungsband zu „Anonymität und Autorschaft“ heraus
Von Clarissa Höschel

Von deutschen Damen auf Orientreise zu den netten Türkinnen von nebenan
Petra Heinrichs‘ Buch über literarische Topografien von Nation und Geschlecht
Von Norbert Mecklenburg

Literarischer Kolonialismus
Eva Blomes Untersuchung der Konstruktion von „Rasse“ und Sexualität in deutschen Romanen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
Von Rolf Löchel

Zwischen Sowohl und Sowohl-als-auch
Christian Baiers Untersuchung zu Geniekonzepten im Romanwerk Thomas Manns leistet einen wichtigen Beitrag zur Forschung
Von Markus Lorenz

Das Gespenst des Surrealismus
Der Tagungsband „Surrealismus in der deutschsprachigen Literatur“ sucht nach surrealistischen Spuren in der deutschsprachigen Literatur
Von Isabel Fischer

Randgänge des Essays an feuilletonistischer Belanglosigkeit
Marina Marzia Brambilla und Maurizio Pirro haben den Band „Wege des essayistischen Schreibens im deutschsprachigen Raum (1900-1920)“ herausgegeben
Von Sebastian Schreull

Vom Ameisenlöwen zum Platzhirsch
Uwe Meves setzt in seiner Edition zur „Deutschen Philologie an den preußischen Universitäten im 19. Jahrhundert“ einen neuen Grundstein für die fachgeschichtliche Forschung
Von Mark-Georg Dehrmann

Der imaginierte Raum der Rumänen
Die Romanisten Klaus Bochmann und Heinrich Stiehler haben eine konzise Einführung in die Geschichte rumänischer Sprache und Literatur geschrieben
Von Markus Bauer

Lebendig, innovativ und international
Die Herausgeberinnen Alina Mazilu, Medana Weident und Irina Wolf porträtieren mit einem Sammelband das rumänische Theater nach 1989
Von Anke Pfeifer

Gelungenes Studienbuch
Andreas Kellers literaturwissenschaftliche Einführung zur „Frühen Neuzeit“ bietet eine kenntnisreiche Darstellung der Epoche
Von Annika Rockenberger

Von Mitarbeitern

Die Moderne als Kompensationsprojekt – ein Sammelband würdigt die literarischen Experimentalanordnungen zur Bewältigung der Lebensanforderungen im frühen 20. Jahrhunderts.

Kunst-. Kultur- und Medienwissenschaft

Schluss mit Aura
Hans-Michael Koetzle stellt ein Fotografen-Kompendium vor und versteht es als Pantheon der Fotografie. Und was folgt daraus?
Von Walter Delabar

Das Experiment mit der Farbe
Andrew Wiltons William-Turner-Biografie ist ein unentbehrliches Standardwerk
Von Klaus Hammer

Vom ganz Großen und Kleinen
Über Dieter Thomäs interdisziplinäres Handbuch zum „Glück“
Von Kay Ziegenbalg

Twist and Shout auf der Reeperbahn
Ein Bildband über die „Beatles in Hamburg“
Von André Schwarz

Provozierend und subversiv – die Szene des Ost-Berliner Prenzlauer Bergs
Über die Dokumentation „Poesie des Untergrunds“
Von Klaus Hammer

Politik und Geschichte

„Erinnerung ist schon etwas Merkwürdiges. Sie erfindet sich permanent neu.“
Das nationalsozialistische Getto in der neueren (auto)biografischen Literatur und geschichtswissenschaftlichen Forschung
Von York-Gothart Mix

Überleben im Lager Bergen-Belsen
Arieh Koretz dokumentiert in seinem „Tagebuch eines Jugendlichen“ den Lageralltag vom Sommer 1944 bis zur Auflösung des Lagers im April 1945
Von H.-Georg Lützenkirchen

Der Weltgeist in der Karibik
Susan Buck-Morss entfaltet in ihrem Band „Hegel und Haiti“ das Projekt einer neuen Universalgeschichte
Von Robert Zwarg

Ein heißer Vorläufer des Kalten Krieges
Orlando Figes schreibt in seinem Buch „Krimkrieg. Der letzte Kreuzzug“ über den militärischen Konflikt des beginnenden Industriezeitalters der zugleich ein Kreuzzug Westeuropas gegen die Herrschaftsansprüche der russischen Orthodoxie war
Von Klaus-Jürgen Bremm

Verheerender Krieg in Afrika
Uwe Schulte-Varendorff untersucht die deutsche Kolonialpolitik in Kamerun
Von Klaus-Jürgen Bremm

Weißer als Weiß
Christian Jostmann schildert in seinem Buch „Das Eis und der Tod“ Scotts und Amundsens Rennen zum Südpol
Von Benno Kirsch

Ein sanftes bürokratisches Ungeheuer
Hans Magnus Enzensberger über die Europäische Union
Von Andreas Hudelist

Geschichte eines faszinierenden Herrscherhauses
Zum Preußenjahr 2012 ist bereits ein erster Sammelband erschienen: „Die Hohenzollern. Preußische Könige, deutsche Kaiser“
Von Manfred Orlick

Philosophie und Soziologie

Dekonstruktion als Politik
Susanne Lüdemanns Einführung sucht nach dem lebensweltlichen Jacques Derrida
Von Simone Hirmer und Stefan Schukowski

Der Basilisk
Über Heike Delitz’ Einführung in das soziologische Werk Arnold Gehlens
Von Cathrin Nielsen

Leben und Erleben
Philipp Lersch schrieb als ein Zeitgenosse über die Lebensphilosophie
Von Stefan Diebitz

Korn im Sandhaufen
Über Wolfgang Künnes Kommentar zu Gottlob Freges Logischen Untersuchungen
Von Thomas Kupka