Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 7, Juli 2012

Zu dieser Ausgabe

Schwerpunkt: Moderne

Klassiker der Moderne
Über die Kanonisierung moderner Literatur
Von Dieter Lamping

Wiener Moderne

„Schön bin ich, wenn ich nackt bin“
Das Spiel des Verhüllens und Entkleidens bei Arthur Schnitzler
Von André Schwarz

In seinen Träumen mit sich allein
Über Arthur Schnitzlers „Träume. Das Traumtagebuch 1875-1931“
Von André Schwarz

„Ohne das Kapel hab ich salutirt!“
Zur Historisch-Kritischen Ausgabe von Arthur Schnitzlers „Lieutenant Gustl“ und einer Schulausgabe
Von André Schwarz

Von Mitarbeitern

Geborene Dirnen und anständige Frauen – André Schwarz untersucht in seiner Studie „Lustvolles Verschweigen und Enthüllen“ die Darstellung von Sexualität in der Wiener Moderne

Nacktheit und Sexualität in der Moderne

Neue Nacktheit der Moderne
Über einige Paradoxien in Christian Krachts Roman „Imperium“ und in der Ästhetik des frühen 20. Jahrhunderts
Von Thomas Anz

„Liebster Vater“ oder: Franz Kafkas Befreiung aus dem Ehezwang
Drei Geschichten aus dem Jahr 1913: Franz Kafka, die Fraktion der Jugendbewegung um den „Anfang“ und Otto Gross
Von Karl Braun

Aus Büchern, Illustrationen und Beobachtungen in der Natur
Über Wissenschaft, Literatur und Sexualität in der Frühen Moderne
Von Petra Porto

Von einer Katze, einem anatomischen Strichlein und schwebenden Frauenakten
Etwas über moderne Enthüllungshemmungen
Von Franz Siepe

Von Mitarbeitern

Petra Porto untersucht in ihrer Studie Aspekte des literarischen und theoretischen Diskurses über „Sexuelle Norm und Abweichung“ in der frühen Moderne

Kunst und Kultur

Ein Liebling der Bourgeoisie im Klassenkampf
Zum 140. Geburtstag und 70. Todestag des Avantgardisten Heinrich Vogeler
Von Walter Fähnders

Vom poetischen Gehalt der Natur
Zum 150. Todestag: Der Prachtband der deutschen Erstausgabe von „Wilde Früchte“ ehrt Henry David Thoreau
Von Patrick Wichmann

Philosophie und Medizin

„Verwirrung in die Beine“
Die Entdeckung der Agoraphobie im 19. Jahrhundert
Von Stefan Diebitz

Weitere Rezensionen

Vom Heft zum Zettel
Über Franz Kafkas Zürauer Aufzeichnungen
Von Reiner Niehoff

„Blumen, Heil und Nazdarrufe“
Franz Kafka als poetischer Kriegsberichterstatter aus Prag?
Von Marie-Luise Wünsche

Die Affinität von Karl Kraus und Theodor W. Adorno
Irina Djassemy hat die Geschichte des autoritären Charakters in der „Fackel“ untersucht
Von Fabian Kettner

Das Schöne, nicht das Wahre ist das Gute
Bernd Stiegler und Felix Thürlemann haben eine Sammlung zeitgenössischer Texte zur Kunstfotografie um 1900 herausgegeben.
Von Rolf Löchel

Der Ironiker ist konservativ
Thomas Sprecher und Klaus Niklaus über die Religion in Thomas Manns Romanen
Von Jerker Spits

Unter dem Glück lauert die Angst
Franz Hessels Episodenroman „Der Kramladen des Glücks“ erlebt nach 100 Jahren eine Widerauferstehung in schönem Gewand
Von Rolf Löchel

Huldigungen, Beleidigungen und ein Prozess
Nils Fiebig hat einen Dokumenten-Band zu Freundschaft und Zerwürfnis zwischen dem Ehepaar Meyer und Elisabeth Förster-Nietzsche herausgegeben
Von Rolf Löchel

Glossen

Dirk Kaeslers Abstimmungen mit der Welt

„Jogi“ Löw, der Balljunge und die Entlarvung der Medienwirklichkeit
Wie viel bekommen wir mit, von dem, was wirklich gespielt wird?
Von Dirk Kaesler

Laut und Luise

Das Wort „Umwelt“ führt in die Irre:
Linguistische Anmerkungen zur 13. documenta
Von Luise F. Pusch

Biografisches

„Keine schönen Abenteuer“
Zum Buch „Zwei Seiten der Erinnerung. Die Brüder Edgar und Manfred Hilsenrath“ von Volker Dittrich
Von Natalia Shchyhlevska

Ein kolossaler Korb voll Kirschen
Günther Anders erinnert sich an Gespräche mit Hannah Arendt
Von Esther Schröter

Lebenslauf im Wellengang
Thomas Fuchs, Titanic-Autor, schreibt eine Biografie: „Mark Twain: Ein Mann von Welt“ ist eine lesbare wie lesenswerte Huldigung
Von Andreas Thamm

Visionär des Volkskrieges und Offizier in zwei Armeen
Carl Alexander Krethlow beschreibt das Leben eines höchst untypischen preußischen Offiziers, der sich über den modernen Krieg keine Illusionen machte und ihn trotzdem herbeisehnte
Von Klaus-Jürgen Bremm

„Tristan, der Held, in jubelnder Kraft“
Robert Gerwarths Biografie über den kunstsinnigen Henker von Prag
Von Alexander Martin Pfleger

Partituren eines Lebens
Arnold Stadler kongenialer Ausflug in die Welt des oberschwäbischen Malers Jakob Bräckle
Von Anton Philipp Knittel

Deutschsprachige Literatur

Vorname: Unterwegs. Nachname: Unterwegs
Wend Kässens unterhält sich mit Autoren über ihre realen und ihre metaphorischen Reisen
Von Oliver Pfohlmann

Zu Schüchternheit abgerichtet
Judka Strittmatters Debütroman „Die Schwestern“
Von Peter Mohr

Verwachsen mit dem Falschen
Die Literaturkritikerin Ina Hartwig legt einen Remix ihrer Kritiken vor
Von Jörg Auberg

Wie das Leben so spielt
Georg Meiers neuer Roman „Das Jahr der wundersamen Elvis-Vermehrung“
Von Thomas Neumann

Für chronische Paare und solche, die es bleiben wollen…
Werner Bartels rät in seinem Debütroman zum „Betrügen lernen“
Von Bernd Heinrich

Ein Plädoyer für das ‚Recht auf Fremdheit‘
Zum Roman „Die undankbare Fremde“ von Irena Brežná
Von Natalia Shchyhlevska

Für Männer und Frauen beiderlei Geschlechts
Michael Althen lebt in seinen Arbeiten weiter
Von Dirk Kaesler

Eine Reise ins Tantenland
Vladimir Vertlib bricht „Schimons Schweigen“
Von Frank Riedel

Nothing Sweet About Life
Dietmar Sous schildert in seinem Roman „Sweet About Me“ in bittersüßem Ton und mit lakonischem Humor die Zerbrechlichkeit eines ganz normalen Lebens, das zu einem Albtraum wird
Von Ninja Roth

Ästhetik des Obskuren
Benjamin Maack wagt sich, die Irritation zum Erzählprinzip zu erklären
Von Juan Sol

Das Vielerlei aus nichts als Licht
Die Lyrikerin Anne Dorn hat mit 86 Jahren noch „Hunger nach Schönem“
Von Thorsten Schulte

Ein Grinsen ohne Katze
In der Essaysammlung „Die Katze, der Regen, das Totenreich“ erweist Joachim Kalka dem Flüchtigen und Unscheinbaren die Ehre
Von Willi Huntemann

Meister Meeses Wortfabrik
Zur Textsammlung der Schriften von Jonathan Meese
Von Thomas Neumann

„Es ist nicht abendfüllend, über sich selbst zu reden“
Gesammelte Interviews mit Loriot
Von Georg Patzer

Von Ballköniginnen und dem Feind am Spielfeldrand
Zwei Bücher erzählen vom Frauenfußball heute und zu Beginn der 1970er-Jahre
Von Rolf Löchel

Von Mitarbeitern

Aus der geschlossenen Anstalt – Ludger Lütkehaus‘ literarische Klage über eine erlittene „Kindheitsvergiftung“

Krimis und Thriller

Was ist böse?
Für Don Winslow ist das Böse nur Teil des Systems, was alles nicht besser macht. „Die Sprache des Feuers“ zeigt den Autor auf dem Weg zu seinen großen Romanen
Von Walter Delabar

Die Saiten des Lebens
Über Igal Shamirs Thriller „Hitlers Violine“
Von Peter Müller

Gutes tun
Oliver Harris mit einem ziemlich guten Plot: „London Killing“ zeigt Potential, aber auch Luft nach oben
Von Walter Delabar

Eine heile kleine Welt, leider zu klischeehaft beschrieben
Martin Walker labt sich an „Delikatessen“, der Leser nicht
Von Georg Patzer

Drei seltsame Brüder, eine Taube und das „Wütende Heer“
Fred Vargas ist auch in ihrem neuen Krimi auf der Höhe ihrer Kunst
Von Georg Patzer

Nach so vielen Jahren
Zu Tess Gerritsens Thriller „Grabesstille“
Von Thomas Neumann

Menschen und Pläne
Tapani Bagges „Schwarzer Himmel“ ist ein schön geschriebenes Schaustück in Sachen Folgenbewältigung
Von Walter Delabar

Ein Herz wie ein Stier
Anhand eines dubiosen Professorensterbens führt Carina Nekolny in ihrem bulgarischen Winterkrimi „Fress-Schach“ den „Abschaum einer kranken Gesellschaft“ vor
Von Andreas Tiefenbacher

Fremdsprachige Literatur

Ein Bohemien unserer Zeit
Bernd Cailloux’ Autofiktion „Gutgeschriebene Verluste“
Von Alexandra Pontzen

„Draculas Vermächtnis“
Zwei deutsche Übersetzungen lesen Bram Stokers Weltklassiker aufs Neue
Von Michael Braun

Haarrisse im Gefüge
„Alles zerfällt“ – ein frisch gebliebener Klassiker von Chinua Achebe aus dem Jahr 1958
Von Beat Mazenauer

Im Dickicht der Kindheit
Megan Abbotts Psychodrama über kleine und große Seelen ist ein Meisterwerk
Von Daniel Tobias Seger

Albtraum in Marokko
Abdellah Taïa schickt den Leser in eine gnadenlose Welt
Von Thorsten Schulte

Ein literarisches Denkmal
Über Elsa Osorios Roman „Die Capitana“
Von Monika Grosche

Nur eine Liste
Chester Browns „Ich bezahle für Sex“ – oder über die Gemeinsamkeiten von Kunst und Literatur
Von Thomas Neumann

Literaturwissenschaft

Das erinnerte ‚Genie‘
Claudia Stockingers und Stefan Scherers Handbuch zu Ludwig Tieck
Von Christoph Kleinschmidt

Auf dem Exerzierfeld
Die Edition der Notizbücher Bertolt Brechts hat begonnen
Von Walter Delabar

Nichts vergessen?
Zdenek Peckas Studie „Thomas Bernhard als zoon politikon“ liefert eine gelungene und wegweisende Bestandsaufnahme zur Thomas Bernhard-Rezeption in Tschechien.
Von Clemens Götze

Neue Perspektiven auf einen Staatsdichter
Über Johann Georg Lughofers Tagungsband „Thomas Bernhard. Gesellschaftliche und politische Bedeutung der Literatur“
Von Clemens Götze

Glücklich, das sind immer die anderen
Von der romantischen Lüge in die Hölle der Eitelkeit: René Girards Studie „Figuren des Begehrens“ über Cervantes, Stendhal, Flaubert, Proust und Dostojewskij
Von Laslo Scholtze

Von der Unmöglichkeit, nicht zu kopieren
Philipp Theisohn und Dirk von Gehlen haben erhellende Bücher zur Frage literarischen Eigentums und zur ‚Krise des Originals‘ vorgelegt
Von Jan Süselbeck

Ein längst fälliges Update
Matthias Beilein, Claudia Stockinger und Simone Winko geben einen Tagungsband zur Neubewertung von Literatur im virtuellen Zeitalter heraus
Von Clarissa Höschel

Geschlossene Gesellschaft?
Ein anregender Sammelband zur „Interferenz von Hoch- und Populärkultur in der Gegenwartsliteratur“
Von Judith Berges

Ein Geist, an dem sich die Geister scheiden
„Spuren und Schneisen“, Ernst Kellers philologisches Vermächtnis umgreift die Ernst-Jünger-Forschung des 20. Jahrhunderts
Von Veit Justus Rollmann

Sprechen kann fast jeder, aber reden…?
Der Redenschreiber Peter Sprong schreibt über „Das befreite Wort“
Von Bernd Heinrich

Mittelalter

Ein Hauch von Luxus im Irrgarten
Michael Stolz und Volker Mertens über entlegene Themen der Mediävistik
Von Alissa Theiß

Ein Handbüchlein für den Heilsweg
Der Mainzer „Schatzbehalter“ als Faksimile-Band
Von Jürgen Wolf

Von Bettbeschreibungen, Mitleidsfragen und dem Gral
Michaela Schmitz eröffnet in ihrem Kommentar zum 16. Buch des „Parzival“ tiefe kultur- und alltagsgeschichtliche Einblicke.
Von Miriam Strieder

Kein Ende in Sicht
Andreas Meyer hat einen Band zum Nachleben der heiligen Elisabeth von Thüringen herausgegeben
Von Alissa Theiß

Karriereträume und blutrünstige Kaffeefahrten
„Ritter. Der ultimative Karriereführer“ von Michael Prestwich
Von Peter Somogyi

Kerbholz und Kuhhaut
Eine populäre Zusammenstellung mittelalterlicher Redewendungen
Von Gerhard Müller

Heraus aus dem Nebel der Geschichte
Über Ursula Schulzes „Studien zur Erforschung der deutschsprachigen Urkunden des 13. Jahrhunderts“
Von Jürgen Wolf

Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaft

Von Rahel Varnhagen bis Claude Lévi-Strauss
Sibylle Schönborn, Karl Ivan Solibakke und Bernd Witte geben einen Sammelband über „Traditionen jüdischen Denkens in Europa“ heraus
Von Franz Siepe

„Willst du Gottes Wunder sehen, musst Du zu den Bienen gehen“
Ralph Dutlis Studien über die Biene als Emblem von Kultur und Daniela Dörings Geschichte der Schnittmuster sind erhellende Beiträge zur historischen Anthropologie
Von Claudia Schmölders

Toll trieb man es im Biedermeier …
Beiträge zur Geschichte der Unterhaltung im 19. Jahrhundert von Anna Ananieva und anderen
Von Thomas Bitterlich

Grenzgänge entlang der Trennlinien zwischen Textvielfalt und Abstraktion
Franziska Bomski und Stefan Suhr stellen „Fiktum versus Faktum“
Von Heide Kunzelmann

Mit- und andere Räume
Hamid Tafazoli und Richard T. Gray haben einen Sammelband über „Heterotopien in Kultur und Gesellschaft“ herausgegeben.
Von Rolf Löchel

Europa, nicht die Welt
Über Silvio Viettas „Weltgeschichte“ der Rationalität
Von Stefan Diebitz

Die Netzhaut als Zeuge
Moderner Mythos „Optogramm“: Bernd Stiegler über „Belichtete Augen“ in Kriminalistik, Wissenschaft und Kunst
Von Oliver Pfohlmann

Repräsentation
Die Fotografie ist zur wichtigsten Repräsentationskunst der Gegenwart geworden. Einer ihrer wichtigsten Künstler ist Thomas Struth, wie eine jüngst erschienene Werkschau demonstriert
Von Walter Delabar

Update wurde nicht ausgeführt
Mit „Drama und Regie. Lars von Triers Breaking the Waves, Dancer in the Dark, Dogville“ hat Georg Tiefenbach ein eigenartiges Buch zu drei Filmen des dänischen Regisseurs vorgelegt
Von Andreas Kirchner

Lichter der Großstadt
Zehn Berlin-Filme in einer DVD-Box
Von Michael Braun

Teil des Problems
Ivo Ritzer kritisiert in „Fernsehen wider die Tabus“ die weithin gelobten Serien US-amerikanischer Pay-TV-Sender
Von Rolf Löchel

Das Leben und der blaue Schimmer
Mark Greif streift in „Bluescreen“ durch die mediale Gegenwart
Von Stefanie Roenneke

Es grünt so kühn
Das ADC Jahrbuch 2011
Von Frank Müller

Politik, Geschichte und Philosophie

Marx kommt zu kurz
Tomáš Sedlácek bettet die Ökonomie in die großen Erzählungen der Menschheitsgeschichte ein
Von Stefanie Leibetseder

Dieses Buch will dem Frieden dienen
Zur Neuausgabe der 1936 im Pariser Exil veröffentlichten Dokumentation „Das deutsche Volk klagt an“
Von Kurt Schilde

Zwischen Anpassung und Eskapismus
Peter Uwe Hohendahl und Erhard Schütz haben einen Sammelband über konservatives Denken in Deutschland und den USA nach 1945 herausgegeben
Von Sönke Abeldt

Eine Leiche im Keller
Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf versucht in seiner Studie „Papst & Teufel“, die Geheimnisse der vatikanischen Archive zum „Dritten Reich“ zu entschlüsseln
Von Michael Eschmann

Anstoß zu weiterer Forschung
Mariacarla Gadebusch Bondio und Hartmut Bettin haben einen Band über die „Medizinische Ethik in der DDR“ herausgegeben.
Von Heinz-Jürgen Voß

Walter Benjamin schlägt zurück
Neue Forschungsergebnisse aus dem von Sigrid Weigel und Daniel Weidner herausgegebenen Band der „Benjamin Studien“
Von Gabriele Guerra