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In der Januar-Ausgabe 2009 von Literaturen spottet Jochen Hörisch über die angebliche Weisheit der "Wirtschaftsweisen" und verweist auf einige ungleich weisere Bücher zur gegenwärtigen Finanzkrise und zu ihrer Vorgeschichte, darunter George Soros: Das Ende der Finanzmärkte – und
deren Zukunft,
Max Otte: Der Crash
kommt. Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten,
Fritz Breithaupt: Der Ich-Effekt des Geldes. Zur Geschichte einer
Legitimationsfigur,
Ralph und
Stefan Heidenreich: Mehr Geld sowie Walter Benjamins "großartige" Skizze "Kapitalismus als Religion" von 1921. Die heutige Glaubenskrise des Neoliberalismus vergleicht Hörisch mit der nach dem Erdbeben von Lissabon: "Viele Wirtschaftswissenschaftler stehen fassungslos
vor dem Beben der Finanz- und Bankenkrise, nicht anders als die Theologen im
Jahr 1755 vor dem Erdbeben von Lissabon. Wie kann ein gütiger und allmächtiger
Gott dies Unheil zulassen?, lautete damals die berühmte Theodizee-Frage. Wie
kann der alles so herrlich regelnde freie Markt (und kein zweiter Markt war so
dereguliert wie der internationale Finanzmarkt) dieses Beben, diesen Tsunami,
diesen Abgrund zulassen (regelmäßig werden naturalistische Metaphern für das
Chaos auf den Finanzmärkten bemüht), so lautet heute die Frage der Neoliberalen
– die alle dem Ideologieverdacht aussetzen, nur nie und nimmer sich selbst." Jochen Hörisch hat sich in etlichen Büchern und Aufsätzen mit der Kultur- und Mediengeschichte des Geldes auseinandergesetzt, u.a. in
Brot und Wein - Die Poesie des Abendmahls (1992) und Gott, Geld, Medien (2004)
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