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Online-Lexikon Literaturwissenschaft

Begriffe - Autoren - Werke


Das Lexikon zur Literaturwissenschaft ist auf der Basis einer an der Universität München und an der Universität Marburg vorgenommen Aufstellung literaturwissenschaftlicher Grundbegriffe entstanden, wird fortlaufend erweitert und mit Einträgen zu Autoren und Werken ergänzt. Zum Stellenwert der Begriffe im Gesamtzusammenhang der Literaturwissenschaft gibt das dreibändige Handbuch Literaturwissenschaft (in diesem Lexikon bei Verweisen darauf mit "Handbuch Literaturwissenschaft" + Bandangabe abgekürzt) umfassende Auskunft.
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Lexikon Literaturwissenschaft : Erzähltextanalyse

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auktorial/personal
In der Literaturwissenschaft etablierte, vor allem durch Franz K. Stanzel verbreitete, doch mittlerweile partiell durch konkurrierende Termini (maßgeblich die Gérard Genettes) ersetzte Kategorien zur erzähltextanalytischen Unterscheidung bei der Benennung von Erzählsituationen (auch: 'Erzählperspektiven', 'Erzählern', 'Erzählweisen'). Als 'auktorial' gilt eine Erzählsituation (bzw. eine Erzählperspektive / ein Erzähler), wenn der Erzähler mehr weiß als die am erzählten Geschehen beteiligten Figuren ("allwissender Erzähler"). 'Personal' heißt eine Erzählsituation, wenn der Erzähler so viel weiß wie eine am erzählten Geschehen beteiligte Person (bzw. Figur). (red)...

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Bewusstseinsstrom
auch stream of consciousness, Bezeichnung für die erzählerische Wiedergabe innerer Vorgänge von Figuren in Form von assoziativen Gedankenketten (1. Pers., Präsens, Indikativ, unvollständige Syntax). Gilt als Extremform des syntaktisch und gedanklich stärker strukturierten Inneren Monologes ( Innerer Monolog)....

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Binnenerzählung
Bezeichnung für die in eine Rahmenerzählung eingelagerte Erzählung....

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Diegesis
Aus altgr. diägäsis (διήγησις, ἡ) = das Erzählen, die Erzählung (διηγέομαι = auseinandersetzen, erzählen); erzählende Darstellung im Unterschied zur nachahmenden Darstellung (Mimesis). -
Im dritten Buch von Platons "Politeia" ("Der Staat") unterscheidet Sokrates zwei Arten dichterischer Rede. In der diegetischen gibt sich der Dichter selbst als Sprecher zu erkennen, in der mimetischen hingegen tue er so, als spräche ein anderer als er selbst. Bei den Dialogen von Figuren in einem Theaterstück handelt es sich demnach um Mimesis, beim Erzählen über das, was Figuren tun und sagen, um Diegese. Die Unterscheidung entspricht der von telling (Sagen) und showing (Zeigen).
Epische Texte kombinieren, wie schon in "Der Staat" ausgeführt, beide Darstellungsformen.
Aus dem Dialog zwischen Sokrates und Adeimantos über den Unterschied zwischen Erzählen und Nachahmen in Platon: Der Staat, 3. Buch:...

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diegetisch
erzählend oder zur erzählten Welt gehörend, vgl. Diegesis - In der erzähltextanalytischen Konzeption Gérard Genettes Basisbegriff, der durch diverse Zusätze zu folgenden Unterscheidungen hinsichtlich der Beziehung des Erzählers zum erzählten Geschehen führt:

Standort des Erzählers (Erzählerposition) gegenüber der erzählten Welt:

Homodiegetisch: Der Erzähler ist Teil des erzählten Welt.
Heterodiegetisch: Der Erzähler ist kein Teil der erzählten Welt.
Autodiegetisch: Sonderfall des (homodiegetischen) Erzählers, wenn dieser zugleich die Hauptfigur ist. Der Erzähler erzählt dann seine eigene Geschichte.

Erzählebenen:...

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Digression
Abschweifung vom Hauptthema der Erzählung....

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Direkte Rede
Wörtliche Rede, oft durch eine InquitFormel (Sie antwortete: "...") eingeleitet....

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discours
histoire...

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Epische Gattungen
Sammelbezeichnung für die erzählenden fiktionalen Textformen wie Legende, Sage, Märchen, Exemplum, Novelle, Epos, Roman usw....

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Erlebte Rede
Redeform der Wiedergabe innerer Vorgänge in der 3. Person, Präteritum, Indikativ....

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