14. Berliner Kolloquium der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung20.5.2010 / Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 BerlinDas Spannungsverhältnis zwischen Ritual und Gewohnheit ist das übergreifende Thema der Tagung, die sich mit aktuellen Ergebnissen der Ritualforschung an Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Verwaltung wendet. Wissenschaftlich verantwortlich: Prof. Dr. Axel Michaels
Sprecher des Sonderforschungsbereichs "Ritualdynamik" der Universität Heidelberg
Allen alten Ballast über Bord werfen! Meist ist das der erste Auftrag an den neuen Marketingchef eines Großkonzerns. Die durchschnittliche Verweildauer auf diesem Posten liegt mittlerweile bei etwa zwei Jahren. In absehbarer Regelmäßigkeit ist so der unternehmerische Kehraus ein festes Ritual in den Kulturen besonders großer Konzerne geworden. Auch moderne Organisationen mit rationalen Zielen praktizieren also Rituale. Deutlich wird auch: Rituale müssen nicht nur bewahrend wirken, sie können ebenso zerstören und Raum für Neues schaffen.
Bis vor wenigen Jahren standen Rituale vor allem im Ruf eines überflüssigen, gar hinderlichen Wurmfortsatzes der Evolution. Mittlerweile halten viele die Wiederholungen von Ritualen für das Lernen oder andere - auch kulturelle - Gedächtnisleistungen für unverzichtbar. Rituale können helfen, Emotionen zu beherrschen. Sie stehen aber auch im Ruf, Kreativität und Erneuerung zu behindern. Gibt es einen ritualisierten Zwang zum Ritual? Oder welche Freiheiten lässt das Ritual? Diesen Themen soll sich ein Kolloquium in Berlin widmen.
Auf dem 14. Berliner Kolloquium der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung sucht der Sonderforschungsbereich "Ritualdynamik" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) neue Wege in der Ritualforschung. Referenten aus der Neurobiologie und der evolutionären Anthropologie, der Ethnologie und der Indologie sowie der Unternehmensberatung betrachten hier das Spannungsverhältnis von Ritual und Gewohnheit. Den öffentlichen Abendvortrag "Ritual und Freiheit" hält der Hirnforscher Professor Wolf Singer.
Teilnahmegebühr: 50 Euro (für Studenten 25 Euro)
Information und Anmeldung: www.daimler-benz-stiftung.de
Verantwortlich: Thomas Schmitt/Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung, 28.04.2010
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