Buch-Suche
Online-Abo Newsletter RSS HauptportalBuchhandlungVerlagHilfe  
Erweiterte Suche Suche starten ?
Startseite
Inhalt 08-2010
Archiv
Abo-Service
Druckfassung
Leserbriefe
Kulturjournal
Mitarbeit/AGB
Impressum
Anmelden
Partner
Germanisten-
verzeichnis

des DAAD und DGV
 
Online-Abonnement
Infos und Bestellung
Abonnentenliste
Suche & Download
von ca. 10 000 Rezensionen
Kulturjournal
 
Portale
Hauptportal
Verlag
Hier erscheinen die gedruckten Ausgaben von literaturkritik.de, Bücher und Online-Publikationen.
Buchhandlung
Tipps, Informationen und Angebote.
Forschung & Lehre
Literaturkritik in Deutschland
Online-Lexika
zur Literaturkritik und Literaturwissenschaft
 
Neues

Neues seit 7 Tagen

Neues von uns bei:
Twitter
Facebook

Eingegangene Bücher
Kritiker-Bestenliste
Tipps der Redaktion
Veranstaltungen
Links
Newsletter bestellen
Das Kanon-Spiel

Themen

2008

Das Jahr 1968
Raum
Bilder und Metaphern
Religion
Israel
Postkolonialismus
Kafka
1968 - neue Folge
Thomas Pynchon
Erster Weltkrieg / Revolution

2009

Moderne

Charles Darwin
Robert Minder
Jürgen Habermas
Sexualität
Karl May
Die Wende 1989
Sigmund Freuds 70. Todestag
Karl May
Friedrich Schiller
Interkulturalität

2010

Gefühle I
Gefühle II
Thomas Mann und die Emotionen
Spannung
Literaturkritik - Reich-Ranicki zum 90.

Aktueller Anlass
Helene Hegemann und die Literaturkritik


Für Online-Abonnenten

Online-Bibliothek kanonischer Texte

Rezensionen finden im Internet

Online-Lexikon Literaturwissenschaft

Oliver Pfohlmanns Kleines Lexikon der Literaturkritik


Infos

Unsere Rezensenten

Recherchier- und Redigierdienst

Werbung

Wir über uns

Pressestimmen über uns

 
 literaturkritik.de » Nr. 8, August 2009 » Deutschsprachige Literatur
 
 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 

Rotz und Rührung

Björn Kuhligks Gedichte von der Oberfläche der Erde

Von Christophe FrickerRSS-Newsfeed neuer Artikel von Christophe Fricker

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Der Klappentext zu Björn Kuhligks viertem Gedichtband „Von der Oberfläche der Erde“ beschreibt den Ton des Autors als „rotzig“ und „unmittelbar berührend“. Die Verbindung dieser beiden Körper-Metaphern ist nicht überzeugend (Kinder, zu Hause nicht nachmachen!), aber der Missmut löst sich beim Lesen schnell auf.

Der Band beginnt mit Reisegedichten, von denen zwei iberische die stärksten sind. Kuhligk erlaubt sich auf Reisen eine intakte Grammatik und findet – auch im Körperlichen – überzeugende Bilder. An einer Stelle etwa „prügelt der Atlantik durch das Handy / in die Heimat“. Den Scheitelpunkt des zerzausten Zeitgeistes treffen die Anfangszeilen von „Zahara de los Atunes“: „Wir standen fern der Kapitalströme / die Frisuren waren dahin, mit dem / Gleichmut eines Idioten schrieb ich“. Das Thema kehrt gleich einem liebenswerten Leitmotiv wieder, wenn eine Frau „ihre Katze als Frisur trägt“.

Die Kapitelüberschrift „Der Mensch verdient kein Privatleben“ riecht für den in Frank Lloyd Wrights Amerika lebenden Rezensenten behaglich nach seiner europäischen Vergangenheit. In diesem Teil des Buches stehen einige der überzeugendsten, welthaltigsten und „rotzigsten“ Gedichte. Der Rotz ist der Trotz desjenigen, der sich die Legolandschaften seiner Geschwister genau ansieht, bevor er sie zusammenwirft. Darin haben sich Technologie und Mensch verbunden, in Worten wie „Starkstromnacht“, in Wendungen wie der, dass das Wetter bei beziehungsweise nach AOL „geladen“ wird, und in der Charakterisierung von zurückgeschickten senegalesischen Flüchtlingen als „Botenstoffe Europas“.

Die nachklassische Welt steht unter dem Motto „Flexibel sei der Mensch, und dehnbare / Kinder möge er mitbringen“, und ihr bevorzugter Ort für „das große Haareraufen (!) als Ergänzungsband / zur nächsten Jugendstudie“ ist die Tanzfläche. Auf der „Postkarte“ heißt es über die Begegnung mit einem Kollegen: „früher, lieber Freund, hat der weggevögelt / was bei zehn nicht in der Tiefgarage war, jetzt / grüßt der täglich und hat sich das Deutschland / der Neunziger als Klingelton heruntergeladen / ich hab den Rotwein im Akkord gekippt, und nun / im Taxi wirft der Mond die Häuser auf die Fahrbahn“. Kuhligk ist aufsässig gegenüber der Melancholie, die er wahrnimmt. Er sägt nicht an dem Ast, auf dem er sitzt, aber er pinkelt auf seiner nächtlich notierenden Fahrt an den Stamm. Die entsprechenden Mitteilungen überzeugen.

Titelbild

Björn Kuhligk: Von der Oberfläche der Erde. Gedichte.
Berlin Verlag, Berlin 2009.
71 Seiten, 16,00 EUR.
ISBN-13: 9783827008466

Weitere Informationen zum Buch

Bestellen bei buecher.de





LESERBRIEF SCHREIBEN
DIESEN BEITRAG WEITEREMPFEHLEN
DRUCKVERSION
NEWSLETTER BESTELLEN

 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 
 literaturkritik.de » Nr. 8, August 2009 » Deutschsprachige Literatur
 

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13254

Anzeige

Letzte Änderung: 13.07.2009 - 13:09:58
Erschienen am:15.07.2009
Lesungen: 1240
© beim Autor und bei literaturkritik.de

 

 Seitenanfang 
+++ literaturkritik.de +++ Rezensionsforum für Literatur und Kulturwissenschaften +++
+++ Startseite | Inhalt 08-2010 | Archiv | Buch-Suche | Abo-Service | Druckfassung | Leserbriefe | RSS-Newsfeeds | Kulturjournal | Ankündigungen | Links | Mitarbeit/AGB | Werbung | Impressum +++