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 literaturkritik.de » Nr. 2, Februar 2010 » Literaturwissenschaft
 
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Deutsche Sprache, schöne Sprache?

Wolfgang Krischke fragt: „Was heißt hier Deutsch?“

Von Jule D. Körber

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Das Interesse an der deutschen Sprache ist seit Jahren plötzlich wieder groß. Bestes Beispiel: Bastian Sicks „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ geht in die vierte Folge und verkauft sich nach wie vor blendend. Selbst vom Spiel zum Buch gibt es mittlerweile Teil zwei. Doch der Erfolg von Sicks Zwiebelfischen liegt natürlich auch darin begründet, dass Sicks Kolumnen sich mit der Gegenwart der deutschen Sprache beschäftigen – und das auf sehr unterhaltsame, populäre Weise, wie es die Form der Kolumne nun auch vorgibt. Könnte es genauso interessant werden – auch für Leser, die nicht „vom Fach“ sind – wenn sich ein Autor mit der Herkunft der deutschen Sprache beschäftigt?

Für die „Becksche Reihe“ schreiben zu dürfen, ist genau wie die Kolumne eine Formvorgabe. Große Autoren, die zumeist angesehene Autoritäten in ihrem Wissenschaftsgebiet sind, bringen weitläufige Themen für Interessierte allgemeinverständlich auf den Punkt. Gerade die Reihe „C. H. Beck Wissen“, welche 1995 als Unterreihe der „Beck’schen Reihe“ gegründet wurde, schafft das auch noch auf bewundernswert wenig Seiten.

Unter dem Slogan „Ansprechend – Bücher, die zur Sprache kommen“ hat der Verlag C.H. Beck nun sechs Bände der „Beckschen Reihe“ als limitierte Sonderedition herausgebracht, die sich alle mit der deutschen Sprache beschäftigen. Manche der Titel bewegen sich eher im amüsanten Bereich wie „Der Unfallort hat sich bereits entfernt. Neue juristische Stilblüten“ von Wilfried Ahrens oder auch Eike Christian Hirschs „Deutsch kommt gut. Sprachvergnügen für Besserwisser“. Andere wiederum beschäftigen sich mit der Historie wie Hans Peter Althaus‘ „Deutsche Wörter jiddischer Herkunft“ oder eben auch Wolfgang Krischkes „Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache“.

Krischke ist kein Unbekannter in seinem Fachgebiet. So lehrt er nicht nur in der germanistischen Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg. Er ist vor allem bekannt für seine journalistische Arbeit – Texte von ihm finden sich in einigen der wichtigsten deutschen Zeitungen. Die journalistische Schule merkt man nun auch seiner kleinen Geschichte der deutschen Sprache an. Er bringt das doch zeitweise eher trockene Thema auch anhand vieler Beispiele dem nicht sprachwissenschaftlich vorgebildeten Leser näher. Das liest sich manchmal etwas sehr bemüht, ist aber doch dem Gesamtbild der Publikation sehr dienlich – gab es doch bisher zu dem Thema eher schwer zugängliche Fachpublikationen.

Und so lohnt es sich und ist zudem günstiger, sich anstatt des neuesten Sicks den Krischke-Band zuzulegen.

Titelbild

Wolfgang Krischke: Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache.
Verlag C. H. Beck, München 2009.
303 Seiten, 6,00 EUR.
ISBN-13: 9783406592430

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Letzte Änderung: 02.02.2010 - 10:44:31
Erschienen am:03.02.2010
Lesungen: 3762
© bei der Autorin und bei literaturkritik.de
Lizenzen zur Nachpublikation

 

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