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 literaturkritik.de » Nr. 12, Dezember 2011 » Deutschsprachige Literatur » Rezensionen
 
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Übertragungen europäischer Lyrik

Der 15. Band von Stefan Georges Sämtlichen Werken in 18 Bänden ist erschienen

Von Manfred OrlickRSS-Newsfeed neuer Artikel von Manfred Orlick

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Stefan George (1868-1933) war unter den deutschen Dichtern im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zweifellos der einflussreichste und bedeutendste Sprachkünstler. Gottfried Benn nannte ihn „das großartigste Ausstrahlungsphänomen, das die deutsche Geistesgeschichte je gesehen hat“. George hat die deutsche Lyrik entscheidend geprägt. Das Ziel und das Ideal seiner Kunst war die Schönheit.

Seinen Ruhm verdankte George allerdings weniger seinen Gedichten als vielmehr der Tatsache, dass er sich so perfekt inszeniert hat wie kaum jemand vor ihm. In den letzten Jahren erfährt der Dichter jedoch wieder ein größer werdendes Interesse. Beredtes Beispiel ist die Herausgabe seiner sämtlichen Werke in 18 Bänden im Stuttgarter Klett-Cotta Verlag.

Da George neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit bereits von früher Jugend an als Übersetzer aktiv war, erscheinen hier auch seine vielfältigen Übertragungen. Als Band 15 der sämtlichen Werke ist der erste Band der „Zeitgenössischen Dichter“ von 1904 wieder veröffentlicht worden. Diese Sammlung enthält die von George übertragenen Gedichte europäischer Dichter aus dem Zeitraum 1870 bis 1904, erweitert um einige bislang nicht publizierten Texte.

In den Gedichtübertragungen gibt George der europäischen Lyrik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Profilierung, die bis heute unseren Kanon mitbestimmt. Der Kreis der behandelten Lyriker erstreckt sich von dem englischen Malerpoeten Dante Gabriel Rossetti bis zu dem dänischen Schriftsteller Jens Peter Jacobsen, von dem Niederländer Willem Kloos bis zu dem belgischen Dichter Emile Verhaeren, der in französischer Sprache schrieb. (Band 16 – Zeitgenössische Dichter zweiter Teil– ist dann auch den französischen Dichtern Paul Verlaine und Stéphane Mallarmé vorbehalten.)

Der Erläuterungsteil von Ute Oelmann und Christoph Perels gibt anhand der Lesarten Einblick in die präzise Übertragungsarbeit und die Sprachkompetenz des Dichters und die „ursprüngliche reine freude am formen“ Stefan Georges.

Titelbild

Stefan George: Sämtliche Werke in achtzehn Bänden. Erster Teil.
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011.
162 Seiten, 23,00 EUR.
ISBN-13: 9783608951196

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Letzte Änderung: 23.11.2011 - 16:45:36
Erschienen am:24.11.2011
Lesungen: 1413
© beim Autor und bei literaturkritik.de
Lizenzen zur Nachpublikation

 

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