Buch-Suche
Online-Abo Newsletter RSS HauptportalBuchhandlungVerlagHilfe  
Erweiterte Suche Suche starten ?
Startseite
Inhalt 08-2010
Archiv
Abo-Service
Druckfassung
Leserbriefe
Kulturjournal
Mitarbeit/AGB
Impressum
Anmelden
Partner
Germanisten-
verzeichnis

des DAAD und DGV
 
Online-Abonnement
Infos und Bestellung
Abonnentenliste
Suche & Download
von ca. 10 000 Rezensionen
Kulturjournal
 
Portale
Hauptportal
Verlag
Hier erscheinen die gedruckten Ausgaben von literaturkritik.de, Bücher und Online-Publikationen.
Buchhandlung
Tipps, Informationen und Angebote.
Forschung & Lehre
Literaturkritik in Deutschland
Online-Lexika
zur Literaturkritik und Literaturwissenschaft
 
Neues

Neues seit 7 Tagen

Neues von uns bei:
Twitter
Facebook

Eingegangene Bücher
Kritiker-Bestenliste
Tipps der Redaktion
Veranstaltungen
Links
Newsletter bestellen
Das Kanon-Spiel

Themen

2008

Das Jahr 1968
Raum
Bilder und Metaphern
Religion
Israel
Postkolonialismus
Kafka
1968 - neue Folge
Thomas Pynchon
Erster Weltkrieg / Revolution

2009

Moderne

Charles Darwin
Robert Minder
Jürgen Habermas
Sexualität
Karl May
Die Wende 1989
Sigmund Freuds 70. Todestag
Karl May
Friedrich Schiller
Interkulturalität

2010

Gefühle I
Gefühle II
Thomas Mann und die Emotionen
Spannung
Literaturkritik - Reich-Ranicki zum 90.

Aktueller Anlass
Helene Hegemann und die Literaturkritik


Für Online-Abonnenten

Online-Bibliothek kanonischer Texte

Rezensionen finden im Internet

Online-Lexikon Literaturwissenschaft

Oliver Pfohlmanns Kleines Lexikon der Literaturkritik


Infos

Unsere Rezensenten

Recherchier- und Redigierdienst

Werbung

Wir über uns

Pressestimmen über uns

 
 literaturkritik.de » Nr. 11, November 1999 (1. Jahrgang) » Belletristik
 
 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 

Stilist ohne Zeitbezug

Ein Alterswerk von Siegfried Lenz

Von Ulrich Karger

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Arne ist der einzige Überlebende eines Selbstmorddramas. Der 12-jährige wird von einem Schiffsabwracker aufgenommen, der mit Arnes Vater seit langem befreundet war. Während er, seine Frau und sein ältester Sohn Hans den verstörten Jungen sehr schnell liebgewinnen, bleiben die fast gleichaltrigen Geschwister Lars und Winnie bis zuletzt auf Distanz zu Arne. Arne ist anders, er sieht in seiner Phantasie Dinge, die es gar nicht gibt und ist in der Schule ein sprachbegabter Überflieger, der alsbald eine Klassenstufe überspringt. So gelangt er in die Klasse von Winnie, in die er sich sogleich verliebt hat. Doch Winnie verhilft ihm nicht zur ersehnten Aufnahme in ihre Clique. Am Ende stürzt Arne sich in die Elbe und ward nicht mehr gesehen.

In dem neuesten Roman von Siegfried Lenz rafft der knapp 20-jährige Erzähler Hans die Hinterlassenschaften Arnes zusammen. Sie liefern ihm Assoziation um Assoziation. Seine Sprache erinnert dabei an die Zeiten Storms oder Fontanes, als die Arbeit noch den allgemeinen Sprachgebrauch prägte. Ohne jeden Anglizismus hat das einen wunderbaren Klang und ist von hoher Ausdruckskraft. Doch sind die Mängel der Komposition unübersehbar: "Arnes Nachlaß" ist weder Fisch noch Fleisch, weder Psychogramm noch Jugendbuch. Dabei hätte gerade die Sprachgestalt irritieren müssen, spielt die Geschichte doch am Ende unseres Jahrzehnts. Die archaisch anmutende Rede erweist sich jedoch nur als das verführerischste Moment einer Serie von Anachronismen, die den Leser verärgern. Denn wo gibt es noch Gymnasien, in denen ältere Schüler als "Vorturner" für jüngere agieren? Im Hamburg dieser Tage kann sich das kaum begeben haben. Jener verläßliche "Vorturner" ist natürlich Hans, dessen Altruismus neben seiner Altersweisheit das Niederschmetterndste an diesem Werk ist. Klaglos tritt er die Hälfte seines Dachzimmers an den fünf Jahre jüngeren Arne ab, der bei ihm Trost sucht. Hans ist von solch aseptischer Beschaffenheit, das man ihm das "Unschuldige" der Situation sofort glaubt.

Unberührt von den Medien unserer Zeit, scheint es in diesem dramatisch aufgeladenen Bullerbü bei Hamburg weder Sozialämter noch Therapeuten oder halbwegs psychologisch geschulte Lehrkräfte zu geben - und ihr Fehlen nimmt Lenz so selbstverständlich hin, als wäre sein Roman in der unmittelbaren Nachkriegszeit situiert. In seiner elfenbeintürmernen Weltfremdheit ist dieser "Roman" insgesamt eine Enttäuschung.

Titelbild

Siegfried Lenz: Arnes Nachlaß. Roman.
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1999.
192 Seiten, 15,30 EUR.
ISBN-10: 3455042899

Weitere Informationen zum Buch

Bestellen bei buecher.de





LESERBRIEF SCHREIBEN
DIESEN BEITRAG WEITEREMPFEHLEN
DRUCKVERSION
NEWSLETTER BESTELLEN

 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 
 literaturkritik.de » Nr. 11, November 1999 (1. Jahrgang) » Belletristik
 

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=546

Anzeige

Letzte Änderung: 20.11.2003 - 19:09:55
Erschienen am:01.11.1999
Lesungen: 17173
© beim Autor und bei literaturkritik.de

 

 Seitenanfang 
+++ literaturkritik.de +++ Rezensionsforum für Literatur und Kulturwissenschaften +++
+++ Startseite | Inhalt 08-2010 | Archiv | Buch-Suche | Abo-Service | Druckfassung | Leserbriefe | RSS-Newsfeeds | Kulturjournal | Ankündigungen | Links | Mitarbeit/AGB | Werbung | Impressum +++