Buch-Suche
Online-Abo Newsletter RSS HauptportalBuchhandlungVerlagHilfe  
Erweiterte Suche Suche starten ?
Startseite
Inhalt 08-2010
Archiv
Abo-Service
Druckfassung
Leserbriefe
Kulturjournal
Mitarbeit/AGB
Impressum
Anmelden
Partner
Germanisten-
verzeichnis

des DAAD und DGV
 
Online-Abonnement
Infos und Bestellung
Abonnentenliste
Suche & Download
von ca. 10 000 Rezensionen
Kulturjournal
 
Portale
Hauptportal
Verlag
Hier erscheinen die gedruckten Ausgaben von literaturkritik.de, Bücher und Online-Publikationen.
Buchhandlung
Tipps, Informationen und Angebote.
Forschung & Lehre
Literaturkritik in Deutschland
Online-Lexika
zur Literaturkritik und Literaturwissenschaft
 
Neues

Neues seit 7 Tagen

Neues von uns bei:
Twitter
Facebook

Eingegangene Bücher
Kritiker-Bestenliste
Tipps der Redaktion
Veranstaltungen
Links
Newsletter bestellen
Das Kanon-Spiel

Themen

2008

Das Jahr 1968
Raum
Bilder und Metaphern
Religion
Israel
Postkolonialismus
Kafka
1968 - neue Folge
Thomas Pynchon
Erster Weltkrieg / Revolution

2009

Moderne

Charles Darwin
Robert Minder
Jürgen Habermas
Sexualität
Karl May
Die Wende 1989
Sigmund Freuds 70. Todestag
Karl May
Friedrich Schiller
Interkulturalität

2010

Gefühle I
Gefühle II
Thomas Mann und die Emotionen
Spannung
Literaturkritik - Reich-Ranicki zum 90.

Aktueller Anlass
Helene Hegemann und die Literaturkritik


Für Online-Abonnenten

Online-Bibliothek kanonischer Texte

Rezensionen finden im Internet

Online-Lexikon Literaturwissenschaft

Oliver Pfohlmanns Kleines Lexikon der Literaturkritik


Infos

Unsere Rezensenten

Recherchier- und Redigierdienst

Werbung

Wir über uns

Pressestimmen über uns

 
 literaturkritik.de » Nr. 4, April 2003 » Fremdsprachige Literatur
 
 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 

In zwei Wochen bist du glücklich

Marek van der Jagts "Amour fou"

Von Agnes Barth

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

"Mit vierzehn las ich zum ersten Mal etwas über die Amour fou. Ein paar Wochen darauf stand mein Entschluß fest: Die wahre Berufung des Menschen ist die Amour fou. Was das genau bedeutete, wußte ich nicht [...]."

So beginnt die Geschichte von Marek van der Jagts (der Autor leiht seinem Protagonisten den eigenen Namen) verzweifelter Suche nach der Amour fou, seiner Lebenserfüllung.

Er durchstreift voller Hoffnung seine Heimatstadt Wien und trifft auf zwei Mädchen, die er als potentielle Amour fou-Kandidatinnen einzuwickeln versucht: Er vertickt den Schmuck seiner schönen und männerbetörenden Mütter, kauft davon Rosen bei einem ihrer vielen Liebhaber, lädt die Mädels zum Essen und anschließend zu einem Drink ein. Angestachelt von den Damen telefoniert er seinen größeren Bruder herbei. Der fackelt nicht lange, nimmt alle mit nach Hause und macht sich auch dort recht zügig an eine der beiden Mädels heran - erfolgreich.

Da sich Marek die Chance einer Amour fou regelrecht aufdrängt, muss wohl oder übel auch er handeln und über seinen Schatten springen - doch mit nicht erwünschter Wirkung: Die Angebetete macht ihn auf seinen viel zu kleinen Penis aufmerksam. Vorbei mit der Amour fou.

Marek konzentriert sich ab diesem Moment nur noch auf seinen Zwergenschniepel: Er unterrichtet seine wohlhabenden Eltern davon, die das aber herzlich wenig interessiert. Beide haben andere Sorgen: Während die Mutter damit beschäftigt ist, Männer zu betören, bemüht sich der Vater, dies stillschweigend zu tolerieren und die Façon zu bewahren.

Also steht Marek mit seinem Problem alleine da. Sich seiner Tragik ergebend läuft er eine Zeit lang - angepasst an die Größe seines Schwanzes - in Zwergenhaltung durchs Leben, das allerdings keinen zu wundern scheint. Eine Lösung muss her: Marek überlegt sich, was er in Sachen Zwergenpenis für Schritte einleiten soll. Wie wäre es mit einer OP? Doch der Arzt hält sein "kleines Problem" nicht für schwerwiegend genug.

Auf der Suche nach seiner Amour fou ist es nicht so, dass Marek keinen Kontakt zu Frauen und keinen Sex hätte: Ältere, einsame und recht notgeile Frauen liegen ihm scharenweise zu Füßen - sie vergöttern ihn. Er wiederum nimmt alles mit, was er kriegen kann, in der Hoffnung, dass irgendetwas sich doch als Amour fou erweisen wird. Bis er dann schließlich eine ganz neue Entdeckung macht ...

Marek beschreibt so extrem aus seiner subjektiven, verkorksten und unzusammenhängenden Sicht, dass die gelungene emotionale Mischung aus Spannung, Neugier und Schadenfreude den Leser bis zum Schluss fesselt. Sowohl die Personen als auch deren Reaktionen erscheinen partiell irreal, skurril und amüsant.

Und die Zunahme des Erzähltempos im letzten Drittel gibt dem Buch den letzten Kick und die nötige Würze.

Insbesondere bei der Beschreibung der Familienverhältnisse erscheinen mir manche Passagen zwar zu lang, aber generell hat Marek van der Jagt ein fesselndes und witziges Buch mit Anspruch geschrieben.

Kein Bild

Marek van der Jagt: Amour fou. Roman.
Übersetzt aus dem Niederländischen von Rainer Kersten.
Diogenes Verlag, Zürich 2002.
333 Seiten, 19,90 EUR.
ISBN-10: 3257860811

Weitere Informationen zum Buch

Bestellen bei buecher.de





LESERBRIEF SCHREIBEN
DIESEN BEITRAG WEITEREMPFEHLEN
DRUCKVERSION
NEWSLETTER BESTELLEN

 ZURÜCKBLÄTTERN   VORBLÄTTERN 
 literaturkritik.de » Nr. 4, April 2003 » Fremdsprachige Literatur
 

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=5860

Anzeige

Letzte Änderung: 20.11.2003 - 19:12:53
Erschienen am:01.04.2003
Lesungen: 2791
© beim Autor und bei literaturkritik.de

 

 Seitenanfang 
+++ literaturkritik.de +++ Rezensionsforum für Literatur und Kulturwissenschaften +++
+++ Startseite | Inhalt 08-2010 | Archiv | Buch-Suche | Abo-Service | Druckfassung | Leserbriefe | RSS-Newsfeeds | Kulturjournal | Ankündigungen | Links | Mitarbeit/AGB | Werbung | Impressum +++